Mit dem Neubau in der Roedernstraße entsteht im ruhigen Blockinnenbereich ein viergeschossiges Wohnhaus mit ausgebautem Dachgeschoss und insgesamt neun Wohnungen. Der Baukörper ergänzt die bestehende Blockrandstruktur als Hofbebauung und schafft zusätzlichen Wohnraum, ohne neue Flächen am Stadtrand zu verbrauchen. Die Erschließung erfolgt über ein zentrales Sicherheitstreppenhaus mit Aufzug; alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar. Jede Einheit erhält einen privaten Außenraum in Form von Balkon oder Terrasse; im Erdgeschoss ist eine rollstuhlgerechte Wohnung vorgesehen. Abstell-, Technik- und Kinderwagenflächen sowie großzügige Fahrradstellplätze unterstützen den alltagstauglichen, urbanen Wohnkomfort.
Architektonisch knüpft der Neubau an die Maßstäblichkeit und Typologie der Umgebung an: hochformatige Öffnungen und eine klar gegliederte Lochfassade werden zeitgemäß interpretiert. Das Dachgeschoss ist als Berliner Dach ausgebildet und integriert sich so selbstverständlich in das Quartiersbild. Durch bodentiefe Fenster und eine angenehme Materialpalette entsteht ein helles, behagliches Wohngefühl – ergänzt durch die geschützte Hoflage ohne direkten Straßenverkehr.
Nachhaltigkeit, robuste Bauweise und Holzhybrid
Der Neubau ist als Holz-Beton-Hybrid konzipiert. Der hohe Anteil nachwachsender Rohstoffe reduziert die gebundene CO₂-Belastung und unterstützt eine zirkulär ausgerichtete Materialstrategie. Tragwerk und Ausbau sind so geplant, dass spätere Anpassungen mit angemessenem Eingriff realisierbar bleiben – im Sinne eines robusten, langfristig anpassungsfähigen Gebäudes.
Flexible Grundrissstrukturen, reversible Innenausbauten und nachrüstbare Ausstattungsdetails, etwa im Bereich barrierefreier Bäder, ermöglichen eine dauerhafte Nutzungsflexibilität und reduzieren den Aufwand künftiger Umbaumaßnahmen über den gesamten Lebenszyklus. Zugleich verbindet die Hybridbauweise die konstruktiven und bauphysikalischen Vorteile beider Materialien und gewährleistet dort hohe Qualität und Dauerhaftigkeit, wo besondere Anforderungen an Tragfähigkeit, Schall- und Brandschutz bestehen.
Im Bereich des Regenwassermanagements setzt das Projekt auf ein Retentionsdach als Kombination aus Dachbegrünung und dezentraler Rückhaltung. Niederschlagswasser wird temporär gespeichert, verdunstet zeitversetzt und entlastet so die Entwässerungsinfrastruktur. Gleichzeitig leistet das System einen wirksamen Beitrag zur mikroklimatischen Verbesserung und zur Klimaanpassung im verdichteten urbanen Kontext.

Energieeffizienz, QNG und DGNB-Qualitätsniveau
Energetisch ist das Gebäude auf Effizienzhaus-40-Niveau ausgelegt und übertrifft damit die gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich. Die Wärmeversorgung erfolgt über das am Standort verfügbare Fernwärmenetz und wird durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach mit Batteriespeicher ergänzt. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert den Heizenergiebedarf und erhöht zugleich den thermischen Komfort.
Die technische Konzeption berücksichtigt darüber hinaus die Anforderungen der Ökobilanzierung (LCA) und schafft damit eine wesentliche Grundlage für die angestrebten Nachhaltigkeitsstandards. Das Projekt ist im DGNB-System für den Neubau von Wohngebäuden dokumentiert; angestrebt wird eine Zertifizierung in DGNB-Silber in Verbindung mit den Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG). Maßgeblich hierfür sind unter anderem der Effizienzhaus-40-Nachweis, die Berücksichtigung des Lebenszyklusansatzes sowie klar definierte Qualitätskriterien in Planung und Ausschreibung.
Damit verbindet das Vorhaben urbane Nachverdichtung mit einer robusten, anpassungsfähigen Bauweise sowie hohen energetischen und nachhaltigkeitsbezogenen Standards. Es entsteht ein zukunftsfähiger Wohnbaustein für Oberschöneweide, der ökologische, technische und städtebauliche Anforderungen in einer schlüssigen Gesamtstrategie zusammenführt.