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Am Kreisverkehr Hauptstraße / Zum Olympischen Dorf / Heidelerchenallee markiert ein Ensemble aus drei Wohn- und Geschäftshäusern den Auftakt der neuen Heidesiedlung. Ziel des Auftraggebers ist ein Quartiersbaustein, der selbstbestimmtes, barrierefreies Wohnen im gewachsenen Umfeld ermöglicht – und bei sich ändernden Lebensumständen passende Angebote im direkten Wohnumfeld bereithält.

Das Projekt umfasst 51 Wohneinheiten und drei Gewerbeflächen. Haus 1 ist konsequent auf Gemeinschaft und Teilhabe ausgerichtet: Zwei Wohngruppen als Inklusionswohnen bilden ein Zuhause für selbstbestimmtes Leben in überschaubaren Strukturen – mit privaten Rückzugsbereichen und gemeinschaftlichen Alltagsflächen. Ergänzend sind hier weitere Wohnungen angeordnet, die barrierefrei geplant und langfristig nutzbar sind.

Haus 2 liegt im Mischgebiet und übernimmt die Rolle des „öffentlichen Erdgeschosses“: Serviceeinrichtungen und Gewerbe schaffen Zentrumsfunktionen für das neue Wohngebiet – denkbar sind Café, Bäcker oder Apotheke und Arztpraxen. Darüber liegen Wohnungen, die von der Adresse und der guten Erreichbarkeit profitieren. Haus 3 ergänzt das Ensemble als reines Wohngebäude und stärkt das Angebot an barrierefreien, alltagstauglichen Grundrissen.

Der Entwurfs überzeugt durch die klare, robuste Gebäudelogik: Jedes Haus erhält nur einen vertikalen Erschließungskern mit Aufzug und Treppe, wodurch die Erschließungsflächen reduziert, die Orientierung vereinfacht und die barrierefreie Nutzung im Alltag spürbar verbessert wird. Die bewusst gewählte massive Bauweise bildet ein langlebiges, schallsicheres und gleichzeitig anpassungsfähiges Grundgerüst – robust in der Nutzung und flexibel für spätere Grundriss- und Nutzungsanpassungen, etwa wenn sich Anforderungen an Wohnen, Inklusionswohnen oder Serviceangebote verändern. Ergänzt wird diese bauliche Robustheit durch ein technisch effizientes Versorgungskonzept und einem Energie- und Haustechnikkonzept mit niedriger Komplexität. Die Beheizung erfolgt über kaskadierende Luft-Wasser-Wärmepumpen mit modularer Auslegung und hoher Betriebssicherheit, während die Warmwasserbereitung über dezentrale Hausstationen organisiert ist, die leitungs- und speicherseitige Verluste reduzieren und hygienisch vorteilhaft sind; der dafür benötigte Strom wird durch PV-Anlagen auf den Dächern unterstützt und stärkt die Eigenstromnutzung im Quartier.

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal sind die Außenräume: nutzbare Dachgärten erweitern die Wohnflächen ins Freie, fördern Begegnung und lassen gemeinschaftliche Aktivitäten zu – bis hin zu Urban Gardening als niedrigschwelligem Angebot für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Damit wird kompensiert, dass in den ebenerdigen Aussenanlagen durch die effziente Überplanung des Grundstücks wenig gestalteter Aussenraum für die gemeinschaftliche Nutzung angeboten werden kann.
So entsteht ein bauliches „Tor“ zur Heidesiedlung, das Wohnen, Versorgung und Inklusion in einem robusten Quartiersbaustein zusammenführt.

Im Auftrag der EVM Berlin eG realisierte Büro13 Architekten ein Leuchtturmprojekt für die nachhaltige Innenentwicklung in Berlin-Mariendorf. Durch die viergeschossige Aufstockung plus Staffelgeschoss eines Bestandsriegels aus den 1970er Jahren schaffen wir hochverdichteten Wohn- und Sozialraum, ohne zusätzliche Bodenversiegelung. In enger Kooperation mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) schaffen wir einen Raum, der den demografischen Wandel im Quartier aktiv gestaltet.

Ganzheitliche Quartiersentwicklung:

Parallel zur Nachverdichtung wurden die vorhandenen 49 Wohneinheiten energetisch ertüchtigt und umfassend saniert. Damit überführen wir den gesamten Gebäudekomplex in einen zeitgemäßen Effizienzstandard. In enger Kooperation mit dem EJF entsteht so ein hybrider Ort, der medizinische Fachpraxen, Tagespflege und inklusives Genossenschaftswohnen synergetisch vereint.

Programmatik & Nutzungsmix

Das Raumprogramm ist präzise auf die Bedürfnisse der Genossenschaftsmitglieder und des Trägers zugeschnitten:

  • Gesundheit & Nahversorgung (EG/1. OG): Erweiterung der ansässigen Apotheke und Zahnarztpraxis sowie Ansiedlung neuer Facharztpraxen zur Sicherung kurzer Wege für Senioren. Ergänzt wird dies durch ein EVM-Servicebüro, Kiosk und eine öffentliche Kiezküche mit Cafeteria als sozialer Ankerpunkt zum Hof.

  • Betreutes Wohnen & Inklusion (2./3. OG): Realisierung von barrierefreien Service-Apartments für Senioren sowie einer spezialisierten Wohngemeinschaft des EJF für die befristete Angehörigenbetreuung.

  • Pflege-Infrastruktur (Staffelgeschoss): Integration einer modernen Tagespflegeeinrichtung des EJF mit hoher Aufenthaltsqualität.

Architektonische & Technische Lösungskompetenz

Büro13 löste die spezifischen Herausforderungen des Standorts durch innovative Planungsansätze:

  • Konstruktive Herausforderung Statik: Umbau des Erdgeschosses unter vollständiger Erhaltung der vorhandenen Tiefgarage bei gleichzeitiger Lastaufnahme von drei neuen Obergeschossen plus Staffelgeschoss.

  • Aktiver Schallschutz: Die Gliederung der Straßenfassade durch charakteristische Dreieckserker ermöglicht weite Sichtbezüge bei maximalem Lärmschutz durch spezialisierte Schallschutzverglasung. Der Baukörper fungiert als wirksamer Lärmriegel für die dahinterliegende Hofbebauung.

Nachhaltigkeit durch Ressourcenschonung:

Ein zentraler Aspekt der Planung ist der Erhalt der vorhandenen Tiefgaragenstruktur.

  • Durch die Weiternutzung des massiven Untergeschosses sichern wir die darin gebundene graue Energie und minimieren den CO2-Fußabdruck des Gesamtvorhabens massiv.
  • Dieser ressourceneffiziente Ansatz wird durch eine Dachaufstockung in serieller Holzbauweise konsequent fortgeführt.
  • Die Vorfertigung der Holzbauelemente garantiert nicht nur eine CO2-neutrale Konstruktion, sondern auch eine signifikante Verkürzung der Bauzeit und Emissionsminderung vor Ort.

Das Planungsgrundstück liegt mitten in Wildau, direkt nördlich des Wissenschaftscampus mit der Technischen Hochschule und zahlreichen wissenschaftlichen Instituten. Die nach Norden schmal zusammenlaufende Grundstücksfläche weist einige herausfordernde Bedingungen auf. So verlaufen auf der Ostseite die Bahngleise Richtung Berlin, von denen aus Lärmschutzgründen ein Abstand von 20 m eingehalten werden muss. An der südwestlichen Ecke des Grundstücks befindet sich ein Strommast, von dessen Leitungen ein Mindestabstand von 5 m eingehalten werden muss. Im Norden schließt sich ein Wohnviertel mit Einfamilienhäusern an, das Grundstück selbst ist allerdings als Gewerbegebiet definiert. Diese Festlegung schließt eine dauerhafte Wohnnutzung aus. Mit der Idee eines Boardinghauses soll diese Anforderung umgesetzt werden.
Das gesamte Gebäude wirkt zur Straßenseite eher geschlossen und öffnet sich mit Terrassierungen auf der Hofseite. Das Sockelgeschoss und das zurückspringende Dachgeschoss aus Backstein nehmen die Materialsprache der umgebenden Bebauung der Schwartzkopff-Siedlung auf. Die Form des Gebäudes ergibt sich zum einen aus den geometrischen Anforderungen durch die Abstände zu Bahngleisen und Stromleitung, zum anderen aus der Himmelsausrichtung und der Nutzung.

Die Fassade zur Freiheitstraße ist leicht geknickt, wodurch ihr die Länge und Massivität genommen werden. Die beiden Gebäudeflügel, die sich an der West- und der Ostseite anschließen, öffnen sich nach Norden zu einem großzügigen Innenhof.

Im Erdgeschoss befinden sich, neben Boardingzimmern und Funktionsbereichen wie Küche und Lagerräumen, ein großzügiges Foyer mit Empfang und ein gemeinsamer Frühstücksraum. Im Ostflügel, zur Bahnlinie hin, ist ein Parkdeck geplant. Dessen Ausrichtung zu den Bahngleisen hat das Ziel das hohe Lärmaufkommen abzuschirmen. Erschlossen werden die Parkplätze über eine Zufahrt von der Freiheitstraße. In den oberen Etagen befinden sich die restlichen 114 Boardingzimmer, sowie großzügige Terrassenflächen. Die Gebäudefläche des EG ist größer als die der Obergeschosse, ihr Dach bildet zur Hofseite eine große Terrasse aus. Diese kann als Dachgarten für Veranstaltungen oder zur Erholung und dem Networken dienen. Die Boardingzimmer orientieren sich in den Seitenflügeln zum ruhigen Innenhof, weg von den Bahngleisen bzw. vom Umspannwerk, die Zimmer des Mittelgebäudes liegen nach Süden. Geschlossene Laubengänge im Ost- und Westflügel dienen als zusätzliche Lärmpuffer.

Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahlen in Berlin, wachsen auch die Bedarfe an sozialer Infrastruktur. So war es ein Glück, dass auf dem Bestandsgrundstück der Kita Zipfelmütze noch Baureserven für eine zusätzliche Bedarfsdeckung bestanden. Beide Gebäude bilden einen gemeinsamen Spielbereich im Freien aus.
Mit dem eingeschossigen Erweiterungsbau entlang der Brandwände an der südlichen Grundstücksgrenze wird die Gesamtkapazität der Einrichtung um 52 auf insgesamt 168 Plätzen erhöht.
Der lineare Erweiterungsbau wird durch einen zentral gelegenen Eingangs- bzw. Mehrzweckbereich erschlossen. Von dort gelangt man in zwei Gruppenbereiche, bestehend jeweils aus einem Gruppen- und einem Nebenraum mit angegliederten Wasch- und Garderobenbereichen. Alle Gruppenräume und Gemeinschaftsräume orientieren sich zum Außenbereich. Somit wird der Innenraum zum Außenraum. Über vorgelagerte Terrassen werden alle Gruppenbereiche unmittelbar an die Freifläche angeschlossen und die Rettungswege des Neubaus sichergestellt. Durch die ebenerdige Lage aller Räume des Gebäudes, schwellenlose Ein- und Ausgänge und die Ausführung eines behindertengerechten WC´s werden die Anforderungen des barrierefreien Bauens nach § 51 BauOBln erfüllt. Das intensive Gründach leistet einen Beitrag zum Klima-Ausgleich, zur Artenvielfalt und zur Biodiversität. Es speichert Niederschläge und kühlt durch Verdunstung sowohl Umfeld und Gebäude. Das Gründach trägt außerdem zu Luftbefeuchtung und Feinstaubfilterung bei.
Das Bauvorhaben wurde mit Zuwendungen des Landes Berlin aus dem Sondervermögen „Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeit (SIWANA) unter Beachtung der Förderrichtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung in Berlin“ gefördert.

In Brietlingen bei Lüneburg entstand der Entwurf für das Produkt Lively, ein Gebäude mit 88 barrierefreien Wohneinheiten, das Betreutes Wohnen konsequent als selbstbestimmtes Zuhause versteht – ergänzt um Serviceangebote, die man aus der Hotellerie kennt. Gemeinsam mit dem Betreiber wurde ein Konzept entwickelt, das nicht „Versorgung“ in den Mittelpunkt stellt, sondern Lebensqualität, Wahlfreiheit und Alltagserleichterung: ankommen, orientieren, zu Hause sein – und bei Bedarf Unterstützung dazuschalten. Lively steht für ein offenes Quartier und möchte eine neue Wohnform für das Leben im Alter anbieten und glaubt an ein offenes Quartier und starke lokale Strukturen.

Die markante Zickzackform erzeugt fünf geschützte Höfe als grüne Wohninseln mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von Begegnung und Aktivität bis Rückzug. So entsteht ein Inklusionswohnen, das Gemeinschaft ermöglicht, ohne Privatheit zu verlieren. Alle Apartments erhalten einen privaten Außenraum (großer Balkon oder Terrasse) und profitieren von einer Gebäudestruktur, die die Wohneinheiten überwiegend nach Süden, Osten und Westen ausrichtet. Die Erschließung ist als helle, natürlich belichtete Kommunikationszone gedacht: Flure erschließen nur punktuell beidseitig und bleiben dadurch freundlich und übersichtlich.

Zentral liegt ein großzügiger Empfangs- und Lobbybereich mit Aufenthaltsqualität – das „Herz“ des Hauses – ergänzt um Büro- und Therapieräume sowie Flächen für Serviceleistungen. Gemeinschaftsräume sind gezielt an Gebäudeecken und -enden platziert; im oberen Geschoss erweitert eine Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsraum das Angebot. Höhepunkt ist der barrierefrei erschlossene Dachgarten als zusätzlicher Gemeinschaftsbereich – mit Platz für Aufenthalt und Urban Gardening (Kräuter- und Gemüsebeete) als aktivierende, verbindende Alltagsqualität.

Die Projektstudie Lüneburg – Servicewohnen mit 88 Apartments wurde von Beginn an unter den Prämissen des robusten Bauens entwickelt. Der Entwurf setzt auf eine klare, logisch aufgebaute Trag- und Ausbaustruktur, wiederholbare Details und eine hohe Ausführbarkeit auf der Baustelle. So werden Komplexität und Fehleranfälligkeit reduziert, was insbesondere bei einem Projekt dieser Größe zu einer verbesserten Kosten- und Terminsicherheit führt. Gleichzeitig entsteht ein langlebiges Gebäude, das im Betrieb wirtschaftlich bleibt und sich bei Bedarf an künftige Nutzungsanforderungen anpassen lässt.

Konstruktiv ist die Studie zudem als Holzhybrid gedacht: Holz wird dort eingesetzt, wo es seine Stärken bei Gewicht, Montagegeschwindigkeit und CO₂-Bilanz ausspielt, während mineralische oder stählerne Bauteile gezielt dort vorgesehen werden, wo sie funktionale Vorteile bringen – etwa für aussteifende Bereiche, robuste Sockelzonen oder brandschutz- und schallschutzrelevante Anforderungen. Dadurch verbindet das Konzept ökologische Qualitäten mit hoher technischer und betrieblichen Robustheit.

Für die serielle Struktur des Servicewohnens mit seinen vielen ähnlichen Einheiten wurde darüber hinaus die Holzmodulbauweise als konsequentes Prinzip mitgedacht: ein hoher Vorfertigungsgrad, wiederholbare Apartment-Module und eine montageorientierte Planung ermöglichen eine kurze Bauzeit, eine gleichbleibend hohe Ausführungsqualität und eine präzise Planbarkeit von Kosten und Abläufen. In Summe entsteht so ein wirtschaftliches, nachhaltiges und baulich zuverlässiges Konzept, das die Anforderungen an modernes Servicewohnen in Lüneburg überzeugend zusammenführt.
Gleichermaße wurde bei der Planung die Zertifizierung als nachhaltiges Gebäude DGNB Gold vorgesehen udn geplant.

Mit „Wohnen am Stadtpark“ entstand in Ketzin/Havel ein Neubau, der ein zentrales Ziel des Auftraggebers konsequent umsetzt: selbstbestimmtes Wohnen im gewachsenen Quartier zu ermöglichen – auch dann, wenn sich Lebensumstände, Unterstützungsbedarf und Mobilität im Alter verändern. Das Haus verbindet barrierefreie Wohnungen mit Betreutem Wohnen, einer Tagespflege und einer Demenz-WG (bzw. betreuten Wohngemeinschaft) unter einem Dach. So entsteht ein durchgängiges, wohnortnahes Angebot, das Bewohnerinnen und Bewohnern Kontinuität, Sicherheit und Teilhabe bietet, ohne den vertrauten Stadtteil verlassen zu müssen.

Wohnen mit Perspektive – vom eigenständigen Alltag bis zur intensiveren Betreuung

In den oberen Geschossen bieten 23 Zwei- bis Drei-Raum-Wohnungen ein Zuhause für Menschen, die eigenständig leben möchten – überwiegend barrierefrei oder nachrüstbar. Jede Wohnung verfügt über Balkon oder Terrasse; ergänzt wird das Angebot durch eine gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse als Ort für Begegnung und Nachbarschaft.

Im Erdgeschoss sind die ergänzenden Betreuungsangebote gebündelt: eine betreute Wohngemeinschaft mit 9 Zimmern – als Demenz-WG geeignet – sowie eine Tagespflege mit 12 Plätzen. Die räumliche Nähe der Angebote schafft kurze Wege, entlastet Angehörige und ermöglicht flexible Übergänge: vom Betreuten Wohnen in der eigenen Wohnung bis hin zur intensiveren, gemeinschaftlich organisierten Versorgung in der Demenz-WG und der Tagespflege.

Außenräume als soziale Mitte – mit Dachgarten und Urban Gardening

Großzügige, geschützte Terrassenflächen im rückwärtigen Grundstücksteil erweitern die Gemeinschaftsbereiche ins Freie. Wege, Sitzgelegenheiten und gärtnerisch geprägte Bereiche fördern Aktivität, Orientierung und Begegnung. Ein Dachgarten mit Urban Gardening ergänzt das Freiraumangebot: gemeinschaftlich nutzbare Pflanzflächen unterstützen Bewegung, Sinneserlebnisse und nachbarschaftliches Miteinander – als ruhige „Oase“ für alle Bewohnerinnen und Bewohner und als wichtiger Baustein für Lebensqualität im Alltag.

Wohnhof_ BIOTOP BARMBEK Baufeld HH-Barmbek_ BF 2c

Im Rahmen der Konzeptausschreibung der Stadt Hamburg für das Baufeld HH-Barmbek-Nord BF 2c haben wir mit BIOTOP BARMBEK ein Quartierskonzept entwickelt, das soziale Mischung, gelebte Nachbarschaft und ökologische Qualität mit einer robusten, wirtschaftlichen Bauweise verbindet. Ziel ist ein Wohnensemble, das nicht nur gebaut, sondern im Alltag dauerhaft funktioniert: mit klaren Räumen für Begegnung, einem identitätsstiftenden Freiraum und hoher Wohnqualität bis in die Dachlandschaft.

Ein lebendiges Quartier braucht verlässliche Alltagsstrukturen

BIOTOP BARMBEK organisiert die Bebauung als klar lesbares Ensemble mit einer geschützten, gemeinschaftlichen Mitte. Dieser Innenbereich ist nicht Restfläche, sondern sozialer Motor: Hier entstehen Sichtbarkeit, Sicherheit und Identität – weil Menschen sich begegnen, Dinge gemeinsam tun und der Außenraum aktiv genutzt wird.

Gemeinschaft & Inklusion: drei starke Erdgeschoss-Anker

Im Erdgeschoss verankern wir drei komplementäre Gemeinschaftsbausteine, die unterschiedliche Gruppen ansprechen und die Quartiersmitte täglich aktivieren:

  • Community Kitchen als niederschwelliger Treffpunkt: gemeinsames Kochen und Essen, interkulturelle Formate, Mehrgenerationen-Anlässe. Entscheidend ist eine klare Organisation (Nutzungsregeln, Pflege, Betrieb), damit der Raum langfristig trägt.
  • Community Workspace als Quartiers-Arbeitsort: flexible Arbeitsplätze und Rückzugszonen für Homeoffice, Selbständige und Projektarbeit. Der Workspace stärkt lokale Netzwerke, reduziert Wege und schafft produktive Nähe statt Vereinzelung.
  • Fahrradwerkstatt als praktischer Nachbarschaftsort: Reparieren, Teilen, Hilfe zur Selbsthilfe. Sie unterstützt den Umweltverbund und erzeugt die „kleinen Anlässe“, aus denen Gemeinschaft entsteht.

Ergänzt werden diese Angebote durch gemeinschaftliche Terrassenflächen, die Innen- und Außenraum verbinden und die Erdgeschosszone sichtbar beleben.

Freiraum als „Biotop“: Klima, Identität und Mitmachen

Der Freiraum wird als bewohnbare Biodiversitätslandschaft gedacht – mit naturnahen Pflanzungen, Wildblumenwiesen und essbaren Gärten (z. B. Hochbeete). Das schafft Mikroklima-Vorteile und fördert Beteiligung: Wer pflegt, erntet oder Patenschaften übernimmt, stärkt Zugehörigkeit und reduziert Konflikte.

Dachgärten als zweite Wohnlandschaft

Ein wesentlicher Qualitätsgewinn entsteht durch nutzbare Dachgärten: gemeinschaftliche Außenräume über dem Alltag, zoniert für Ruhe, Austausch und gemeinsames Gärtnern. Sie erhöhen die Wohnqualität für alle, verteilen Freiraum „fair“ und wirken zugleich klimaresilient durch Begrünung, Verdunstung und Regenrückhalt.

Robust & kostenbewusst – Qualität durch Einfachheit

Die Architektur folgt einem Design-to-Cost-Ansatz: kompakte Baukörper, wiederholbare Grundrissmodule, übereinanderliegende Installationszonen und robuste, wartungsarme Materialien. So werden Bau- und Betriebskosten reduziert, Ausführungsqualität und Langlebigkeit gesteigert – und genau dadurch entsteht ein Quartier, das wirtschaftlich realisierbar und langfristig lebendig bleibt.

Im Rahmen einer nicht offenen Entwurfskonkurrenz für das Vitalquartier an der Seelhorst in Hannover entwickelte Büro13 Architekten für die Baufelder A.1 und A.2 den Beitrag „Wohnen am Anger“. Der Entwurf ordnet vier viergeschossige Wohnhäuser zu einem klar gefassten, zugleich offenen Nachbarschaftsraum: dem Anger als Mitte des Quartiers. Zwischen Quartierspark, Wohnstraße, Vorgärten und privaten Nutzergärten entsteht ein Wohnumfeld, das Begegnung, Teilhabe und selbstbestimmtes Wohnen fördert. Die 109 Wohnungen sind als differenzierter Mix konzipiert und verbinden offene Wohn-/Kochbereiche mit Loggien oder Terrassen. Barrierefreie Duschbäder, rollstuhlgerechte Erdgeschosse und schwellenlose Zugänge übersetzen den Anspruch eines inklusiven Quartiers konsequent in Architektur. Materialität und Konstruktion folgen dem Leitbild eines wirtschaftlichen, dauerhaften „steinernen Ensembles“: Massivbau, Klinkerfassaden, klar gegliederte Baukörper und begrünte Flachdächer prägen das Bild. Der ruhende Verkehr ist in einer natürlich belüfteten Tiefgarage organisiert, sodass der Freiraum als adressbildender Wohn- und Begegnungsraum erlebbar bleibt. Auch energetisch reagiert der Entwurf auf die ambitionierten Vorgaben der Auslobung mit einer robusten Gebäudehülle und Anbindung an das Nahwärmenetz.

Projektentwicklung Büro13 Berlin Brandenburg

Entlang einer ringförmigen Erschließung entstehen villenartige Mehrgenerationshäuser, ergänzt durch familiengerechte Reihenhäuser und Servicewohnen mit medizinisch bzw. pflegenahen Angeboten. Die Wohnungen sind flexibel aufteilbar, barrierefrei erschlossen und mit privaten Freiräumen differenziert ausgebildet – mit Gärten im Erdgeschoss sowie Balkonen und Dachterrassen in den Obergeschossen. So entsteht ein Quartier, das auf unterschiedliche Lebensphasen reagiert und selbstbestimmtes Wohnen im nachbarschaftlichen Zusammenhang ermöglicht.

Besonderes Gewicht liegt auf der Verbindung von Architektur, Freiraum und Energie. Der Erlebnisraum Natur soll das Wohngebiet in mehreren Ebenen durchdringen; intensive Gründächer, minimierte Versiegelung, unterirdisch organisierte Nebenanlagen und ein sensibler Umgang mit Regenwasser stärken die ökologische Qualität des Standorts. Ergänzt durch Smart-Living, Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und ein mit lokalen Versorgern gedachtes Energiekonzept entsteht ein Quartier mit hoher energetischer Eigenversorgung und klarer Zukunftsorientierung.

Mit „Anger an der Laakenwiese“ entwickelt Büro13 Architekten ein generationenübergreifendes Wohnquartier, das Servicewohnen, Mehrgenerationenwohnen und Familienwohnen in einer gemeinsamen, landschaftlich geprägten Struktur verbindet. Ein zentraler Anger als Quartiersmitte, barrierefreie Wohnangebote, Gründächer, Passivhausstandard und ein regenerativ gedachtes Energiekonzept schaffen ein zukunftsorientiertes Wohnumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität. So entsteht ein nachhaltiges Quartier, das soziale Nähe, ökologische Verantwortung und architektonische Klarheit zu einem identitätsstiftenden Ganzen zusammenführt.

Das Projekt wurde als zweiphasiger Masterplan entwickelt:

  • Bauabschnitt 1: Ein 4-geschossiger, hochmoderner Komplex für medizinische Fachbereiche und öffentliche Verwaltung (ca. 4.300 m² BGF).

  • Bauabschnitt 2: Integration eines Vollsortimenters (REWE) mit einer synergetisch genutzten, großflächigen Stellplatzanlage zur Optimierung der Flächeneffizienz.

Die Planung (Leistungsphasen 0 bis 5) erforderte eine präzise Moderation zwischen den Anforderungen öffentlicher Mieter und hochspezialisierter medizinischer Technik:

  • Anker-Mieter Behörden: Komplette Planung der Flächen für das Jobcenter der Agentur für Arbeit (ca. 950 m²) im 2. Obergeschoss, inklusive spezifischer Sicherheits- und Diskretionsanforderungen.

  • Medizinisches Cluster: Integration von Radiologie, Diabetologie, Kinderheilkunde und Gynäkologie. Die Planung berücksichtigte bereits in LP 5 die komplexen technischen Lasten und Installationswege für radiologische Großgeräte.

  • Öffentlicher Raum: Das Erdgeschoss wurde als „Gesundheits-Mall“ mit Apotheke, Sanitätshaus, Salzdom und Gastronomie konzipiert, um eine hohe Standortfrequenz zu generieren.

Dieses Projekt demonstriert unsere Fähigkeit, großmaßstäbliche Projektentwicklungen von der ersten Vision (LP 0) bis zur baureifen Ausführungsplanung (LP 5) zu steuern. Wir verstehen die spezifischen Anforderungen von Ankermietern wie dem Jobcenter oder System-Einzelhändlern (REWE) und integrieren diese in eine ästhetisch anspruchsvolle und wertstabile Architektur.

Entwicklungsansatz: Quartiers-Masterplan. Ganzheitliche Entwicklung eines hybriden Standorts am Mobilitätsknoten Bahnhof Erkner (Phasen 0–5)

Investitions-Logik: Risikominimierung durch Ankermieter. Die Planung integriert bereits in der Entwurfsphase systemrelevante Mieter wie das Jobcenter (Behörde) und REWE (Nahversorgung)

Planungsexzellenz: Technische Baureife (LP 5). Trotz Nicht-Umsetzung belegt das Projekt die Fähigkeit von Büro13, komplexe technische Anforderungen (Radiologie/Großgeräte) und behördliche Sicherheitsvorgaben ausführungsreif zu koordinieren

Flächeneffizienz: Hybride Flächennutzung. Die synergetische Verknüpfung von Stellplatzanlagen für den Einzelhandel (BA 2) und Büro-/Praxisflächen (BA 1) optimiert die Grundstücksausnutzung (GRZ/GFZ)

Kommunaler Impact: Revitalisierung von Brachflächen. Umwandlung bahnhofsnaher Flächen in ein lebendiges Dienstleistungszentrum zur Stärkung der regionalen Zentrenfunktion.

Das Grundstück „Am Studio 5“ lag zu Ostberliner Zeiten direkt gegenüber der Sendezentrale des Deutschen Fernsehfunks/Fernsehen der DDR. In den 1970er Jahren entstand hier ein Kindergarten für die Kinder der Betriebsmitarbeiter/innen; ein Holzbaracken-Bau, der 1996 durch einen Brandschaden erheblich zerstört wurde. 1997 die „Kindertagesstätten SüdOst“ (Eigenbetrieb von Berlin) einen Neubau in Auftrag gegeben, in dem Platz für zwei Kinder-Wohngruppen mit jeweils 50 Kindern im Alter von acht Monaten bis sechs Jahren geschaffen werden sollte.

Auf den ersten Blick präsentiert sich die Kita mit einer zur Straße hin geschlossenen Fassade; vereinzelte Farb-Mosaike vermitteln spielerische Leichtigkeit. Was nach außen hin abweisend wirken kann, dient den Kinder als Geborgenheit stiftende Grenze zur Welt der Erwachsenen. Ihre Kita weitet sich rückseitig großzügig in den anliegenden Garten aus, das Kitadach wird zur grünen Wiese.

Das Gebäude erstreckt sich ca. 68 Meter entlang der Straße „Am Studio 5“ in eingeschossiger Bauweise. Das Gebäude ist nach Süden orientiert, dadurch öffnen sich die Gruppenräume auf der gesamten Breite Richtung Sonne und Garten. Jedem Gruppenraum sind großzügig überdachte Terrassenbereiche zugeordnet, die sommers wie winters Schutz bieten.

Der Grundriss des Gebäudes ist L-förmig angelegt und gliedert sich funktionell in zwei Nutzungsbereiche, die durch ein Foyer verbunden sind: Die lange Seite des „L“ beherbergt parallel zur Straße „Am Studio“ Nebenräume wie Sanitär, Material- und Abstellräume. Diese bilden eine Pufferzone zu den Kita-Räumlichkeiten, die sich ebenfalls auf der langen Seite des „L“ ausschließlich Richtung Garten öffnen. In der kurzen Seite des „L“ sind ein Multifunktionsraum mit zugehörigen Abstellräumen, eine Verteilerküche sowie die Büros und Sozialräume für das Betreuungspersonal untergebracht. Der Zugang zum Garten ist über das Foyer wie über die Kita-Räume möglich.

Das extensiv begrünte Dach ist als Pultdach mit einer Dachneigung von 10° in südlicher und westlicher Ausrichtung geneigt und für die Aufnahme von Photovoltaikanlagen geeignet. Eine Bestückung der Dachflächen mit diesen technischen Anlagen ist in einem angemessenen Umfang vorgesehen.

Die Kita „Am Studio 5“ ist von einem parkähnlichen Garten umgeben, in dem ein reichhaltiger Baumbestand eine naturnahe Atmosphäre schafft. Rechterhand vom Haupteingang erschließt eine Zufahrt den rückwärtigen Geländeteil. Hier befinden sich Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, die Küchenanlieferung wird ebenfalls über diese Zufahrt zum Gebäude ermöglicht.

Das Projekt

Bauherren dieses Projektes sind die Salesianer Don Boscos und die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel – beides Orden, die sich der Jugendarbeit verschrieben haben.
Ursprünglich lag das Don Bosco Zentrum Berlin im Stadtteil Wannsee, bis beschlossen wurde, den Sitz in einen Stadtteil zu verlegen, in dem man näher an den Jugendlichen wäre, die man mit der Jugendarbeit erreichen möchte.
In Berlin-Marzahn bot sich ein leerstehendes Verwaltungsgebäude an, in dem es ausreichend Platz für die zahlreichen Angebote des neuen Don Bosco Zentrums gibt. Das dreigeschossige, dreiflügelige Gebäude wurde 1992 als Aussiedlerheim gebaut und später als Verwaltungsbau genutzt.
Gemeinsam mit den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und der Manege gGmbH sollte das alte Gebäude mit neuem Leben erfüllt werden.
In einem Flügel des Gebäudes wurde zudem ein Jugendgästehaus eingerichtet. Für diese Anforderungen mussten zahlreiche Umbauten vorgenommen werden. Zusätzlich wurden in zwei Bereichen moderne, verglaste Anbauten geplant. Der neue Haupteingang mit Café befindet sich nach den Umbaumaßnahmen in dem nach Osten vorgelagerten Rundbau, der um ein vollständig verglastes Geschoss mit einem Multifunktionssaal aufgestockt wurde. Der andere Anbau ist ein Wintergarten, der auf dem Westflügel den Wohnbereich der Brüder und Schwestern um einen großzügigen Aufenthalts- und Kongressbereich ergänzt.

Foyer und Empfangsbereich
Im Ostflügel und im später hinzugefügten Rundbau befindet sich der sogenannte “offene Bereich” der Jugendeinrichtung, eine 24 Stunden besetzte Begegnungs- und Beratungsstätte mit Empfang und Aufenthaltsräumen.
Der Rundbau wurde zum neuen Foyer mit geschwungenem Empfangstresen umgebaut. Die vergrößerten Fensterflächen und mehrere Durchbrüche haben großzügige, helle Räume geschaffen.
Durch den rot akzentuierten Windfang gelangt der Besucher in das Foyer, das durch seine offene Zweigeschossigkeit eine übersichtliche Empfangs- und Verteilerfunktion übernimmt.
Die große eingestellte Treppe führt ins neu hinzugefügte Obergeschoss mit dem Café. Das Café kann mit anderer Bestuhlung auch als Vortragsraum genutzt werden.

Ausbildungsstätten und Büros
Im mittleren Gebäudeteil und im Nordflügel sind die Ausbildungsbereiche untergebracht.
Diese beinhalten eine Lehrküche, die auch Café und Kantine versorgen soll, eine Malerwerkstatt, ein Vervielfältigungsraum, einen Medienraum, Umkleiden, Sanitärbereiche, Büros sowie Lehr- und Versammlungsräume. Im 1.Obergeschoss des Ostflügels sind die Büros der Einrichtungsbetreiber untergebracht: DON BOSCO – Büro Berlin, Büro Manege – hierfür waren kaum Umbauten notwendig, da das Gebäude bereits zuvor eine Büronutzung beherbergte.

Jugendgästehaus
Im Nord- und Ostflügel des 2.Obergeschosses ist ein Jugendgästehaus mit insgesamt 59 Betten untergebracht worden. Die 5 Betreuerzimmer haben eigene Bäder, für den Rest der Nutzer gibt es zentrale Dusch- und Sanitäranlagen. Zusätzlich wurden ein Gemeinschaftsraum und eine Teeküche für das Gästehaus ausgebaut. Das Jugendgästehaus steht für Reisegruppen und Schulklassen zur Verfügung.

Wohnbereiche
Der Westflügel dient als dauerhafter Wohnbereich:
Im Erdgeschoss wurden 14 voll ausgestattete Volontariatswohnungen eingerichtet. Darüber befinden sich die Wohnungen der Einrichtungsbetreiber: Im 1. Obergeschoss liegt die Wohnung für die Salesianer DON BOSCOS, fünf Zimmer mit eigenem Bad, sowie ein behindertenfreundliches Wannenbad und eine großzügige Wohnküche, die gemeinschaftlich genutzt werden.
Im 2. Obergeschoss wurde für die Heiligenstädter Schulschwestern eine Wohnung mit vier Zimmern, Gemeinschaftsbad und gemeinschaftlicher Wohnküche ausgebaut.
Im Bereich der ehemaligen Dachterrasse ist ein Wintergarten mit vorgelagerter Terrasse entstanden, welcher für Kongresse, Seminare, sowie größere Essen von Brüdern und Schwestern gemeinsam genutzt werden kann.

Kapelle
in künstlerischer Zusammenarbeit mit Franka Silberstein. Den Wohnbereichen der Brüder und Schwestern ist ein gemeinsamer Gottesdienst- und Andachtsraum mit Sakristei im 1.OG zugeordnet. Die Kapelle dient als Raum der geistigen Konzentration, Meditation und Stille und bietet Platz für 40 Leute. Sie ist in drei Bereiche geteilt: Eingangsbereich, gemeinsamer Andachtsraum mit Altar und stiller Andachtsraum.
Die reduzierte Einrichtung besteht aus flexiblem Altar, Stühlen, Hocker und Lesepult sowie festem Tabernakel und Seitenbänken. Die Bänke wurden aus eingefärbtem und beheiztem Kunststein ausgeführt. Die weißen Lehmwände fördern ein angenehmes Raumklima und stehen in einem farblich zurückhaltenden Kontrast zu dem akaziengrünen Fußboden und den Seitenbänken.
Die Belichtung erfolgt über Sonnenlicht durch blau-grüne Betonverglasung und schmiedeeiserne Kerzenleuchtern sowie indirekt über Lichtvouten.

Der Wettbewerbsbeitrag für die Stadt Apolda beantwortet die Aufgabe des Auslobers auf zwei Ebenen: als konkreter Realisierungsvorschlag für eine altengerechte Wohnanlage mit 40 Wohnungen und gemeinschaftlichen Nutzungen sowie als städtebaulicher Impuls für das umliegende Quartier. Im historischen Stadtzentrum entwickelt der Entwurf eine Wohnform, die barrierefreies Wohnen, soziale Nähe und eine qualitätsvolle Einbindung in den Stadtraum miteinander verbindet. Das architektonische Konzept sieht zwei kompakte Baukörper vor, die das Quartier räumlich fassen und mit einer klaren Blockschließung auf die gewachsene Stadtstruktur reagieren. Im Mittelpunkt steht ein geschützter, innenliegender Bewohnergarten, um den die Wohnanlage organisiert ist. Die Wohnungen werden vom Hof aus über offene Laubengänge erschlossen. Diese sind nicht nur Zugangszonen, sondern erweitern die Wohnungen um kommunikative Übergangsbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität. Ein rollstuhlgerechter Aufzug im zentralen Treppenhaus gewährleistet die barrierefreie Erschließung aller Ebenen.

Die Wohnungsgrundrisse sind konsequent auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet. Die Aufenthaltsräume orientieren sich nach Süden und zum Garten, die Nebenräume zur Straße beziehungsweise nach Norden. So entstehen helle, ruhige und gut nutzbare Wohnungen mit klarer Zonierung. Der Wohnraum ist als großzügiger, kommunikativer Mittelpunkt der barrierefreien Wohnungen gedacht; unterfahrbare Arbeitsplatten und die übersichtliche Organisation der Räume unterstützen den altersgerechten Alltag. Ein wesentlicher Baustein des Entwurfs ist der gemeinschaftliche Begegnungsbereich. Mit dem eingeschossigen „Rittersaal“, seiner angelagerten Terrasse zum Garten sowie dem Foyer wird die von der Auslobung geforderte gemeinschaftliche Nutzung in überzeugender Weise umgesetzt. Der befestigte Gartenhof ist diesem Bereich direkt zugeordnet und schafft Raum für kleine Feste, gemeinsames Grillen oder nachbarschaftliche Aktivitäten. Damit wird die Wohnanlage nicht nur als Ort des Rückzugs, sondern auch als sozialer Lebensraum gedacht.

Auch die Freiraumplanung folgt dieser doppelten Logik aus Ruhe und Begegnung. Die rund 4.300 m² große Grundstücksfreifläche gliedert sich in Gartenräume mit Wiesen, Hecken und Blumenrabatten, in einen befestigten Hofbereich sowie in Erschließungs- und Parkierungsflächen. Der Garten dient im Wesentlichen der kontemplativen Erholung, während die befestigten Bereiche gemeinschaftlich nutzbar sind. So entsteht ein differenziertes Freiraumangebot, das den Alltag älterer Bewohner ebenso unterstützt wie das soziale Miteinander. Über den Realisierungsteil hinaus formuliert der Beitrag einen präzisen städtebaulichen Ideenteil. Der angrenzende Schulplatz wird durch bauliche Einfassung, Baumdach und Wasserspiel als öffentlicher Stadtraum aufgewertet. Für die Bachstraße schlägt der Entwurf eine verkehrsberuhigte Gestaltung mit Solitärbaum, Bänken und neuen Stadtgärten vor. Damit versteht sich das Projekt nicht als isoliertes Gebäude, sondern als Impuls für die Weiterentwicklung des gesamten Umfelds. Gerade in dieser Verbindung von altengerechtem Wohnen, Gemeinschaft und Stadtreparatur liegt die Qualität des Wettbewerbsbeitrags.

Gestalterisch setzt der Entwurf auf eine ruhige, präzise und der Altstadt angemessene Architektursprache. Ein farblich einheitliches Material für Dach und Fassade, die Ausbildung der Traufe ohne Dachüberstand sowie die kompakte Bauweise fassen die Gebäudehülle zu einer klaren Einheit. So entsteht ein Neubau, der sich selbstverständlich in den historischen Kontext einfügt, ohne auf Eigenständigkeit zu verzichten.

Das Gesundheitszentrum markiert als markanter Eckpunkt die Schnittstelle zwischen der Dallgower Straße und der Schwartzkopffstraße. Unmittelbar am Bahnhof Falkensee gelegen, fungiert das Objekt als hochfrequentierter Ankerpunkt. Die Architektur nutzt die prominente Lage durch eine differenzierte Höhenstaffelung: Ein 4-geschossiger Eckbau bildet den weithin sichtbaren Hochpunkt, flankiert von zwei 3-geschossigen Flügelbauten. Diese städtebauliche Geste schafft nicht nur Präsenz, sondern sichert durch die direkte ÖPNV-Anbindung eine optimale Erreichbarkeit für Patienten und Besucher aus der gesamten Region.

Das Projekt geht weit über die lokale Nahversorgung hinaus. Durch die Bündelung spezialisierter Fachbereiche ist ein medizinisches und soziales Zentrum mit überregionaler Bedeutung entstanden:

  • Klinische & Fachärztliche Exzellenz: Beherbergung einer psychiatrischen Tagesklinik (Havelland-Kliniken), eines großflächigen MVZ sowie radiologischer und orthopädischer Fachpraxen.

  • Kommunaler Anker: Integration zweier zentraler Ämter des Landkreises (Gesundheitsamt und Jugendamt/BSB), was die Relevanz des Standorts für die öffentliche Infrastruktur festigt.

  • Soziale Vernetzung: Präsenz von Sozialstationen und Diensten (u. a. Johanniter), ergänzt durch therapienahe Angebote wie einen Salzdom und Physiotherapie.

  • Nahversorgung: Das Erdgeschoss synergiert mit Apotheke, Sanitätshaus und Gastronomie als lebendige Schnittstelle zum Stadtraum.

Ein Kernmerkmal der Planung von Büro13 Architekten ist die zukunftsoffene Gebäudestruktur. Die klare Primärkonstruktion und die durchdachte Anordnung der technischen Infrastruktur erlauben eine maximale Flexibilität:

  • Bauliche Effizienz: Sämtliche Einheiten sind so konzipiert, dass Grundrisse ohne großen baulichen Aufwand an sich ändernde medizinische Standards oder neue Mieterstrukturen angepasst werden können.

  • Ressourcenschonung: Diese „Umnutzungsfähigkeit“ ist unser Verständnis von Nachhaltigkeit – das Gebäude altert nicht mit seiner ersten Nutzung, sondern bleibt über Jahrzehnte wertstabil und funktional relevant.

  • Barrierefreie Logistik: Drei Treppenhäuser (inkl. Sicherheitstreppenhaus) und zwei für den Krankentransport dimensionierte Aufzüge gewährleisten einen reibungslosen, barrierefreien Ablauf auch bei hoher Nutzerfrequenz.

Das Gesundheitszentrum Falkensee ist ein Beleg für unsere Fähigkeit, komplexe Interessen von Privatinvestoren, kommunalen Ämtern und Landesministerien in einer hochfunktionalen und wirtschaftlich erfolgreichen Architektur zu vereinen. Mit ca. 5.150 m² Bruttogrundfläche und einem Investitionsvolumen von ca. 5 Mio. Euro (LP 1–9) demonstrieren wir langjährige Erfahrung in der Realisierung großmaßstäblicher sozialer Infrastruktur.