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Das Projekt

Bauherren dieses Projektes sind die Salesianer Don Boscos und die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel – beides Orden, die sich der Jugendarbeit verschrieben haben.
Ursprünglich lag das Don Bosco Zentrum Berlin im Stadtteil Wannsee, bis beschlossen wurde, den Sitz in einen Stadtteil zu verlegen, in dem man näher an den Jugendlichen wäre, die man mit der Jugendarbeit erreichen möchte.
In Berlin-Marzahn bot sich ein leerstehendes Verwaltungsgebäude an, in dem es ausreichend Platz für die zahlreichen Angebote des neuen Don Bosco Zentrums gibt. Das dreigeschossige, dreiflügelige Gebäude wurde 1992 als Aussiedlerheim gebaut und später als Verwaltungsbau genutzt.
Gemeinsam mit den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und der Manege gGmbH sollte das alte Gebäude mit neuem Leben erfüllt werden.
In einem Flügel des Gebäudes wurde zudem ein Jugendgästehaus eingerichtet. Für diese Anforderungen mussten zahlreiche Umbauten vorgenommen werden. Zusätzlich wurden in zwei Bereichen moderne, verglaste Anbauten geplant. Der neue Haupteingang mit Café befindet sich nach den Umbaumaßnahmen in dem nach Osten vorgelagerten Rundbau, der um ein vollständig verglastes Geschoss mit einem Multifunktionssaal aufgestockt wurde. Der andere Anbau ist ein Wintergarten, der auf dem Westflügel den Wohnbereich der Brüder und Schwestern um einen großzügigen Aufenthalts- und Kongressbereich ergänzt.

Foyer und Empfangsbereich
Im Ostflügel und im später hinzugefügten Rundbau befindet sich der sogenannte “offene Bereich” der Jugendeinrichtung, eine 24 Stunden besetzte Begegnungs- und Beratungsstätte mit Empfang und Aufenthaltsräumen.
Der Rundbau wurde zum neuen Foyer mit geschwungenem Empfangstresen umgebaut. Die vergrößerten Fensterflächen und mehrere Durchbrüche haben großzügige, helle Räume geschaffen.
Durch den rot akzentuierten Windfang gelangt der Besucher in das Foyer, das durch seine offene Zweigeschossigkeit eine übersichtliche Empfangs- und Verteilerfunktion übernimmt.
Die große eingestellte Treppe führt ins neu hinzugefügte Obergeschoss mit dem Café. Das Café kann mit anderer Bestuhlung auch als Vortragsraum genutzt werden.

Ausbildungsstätten und Büros
Im mittleren Gebäudeteil und im Nordflügel sind die Ausbildungsbereiche untergebracht.
Diese beinhalten eine Lehrküche, die auch Café und Kantine versorgen soll, eine Malerwerkstatt, ein Vervielfältigungsraum, einen Medienraum, Umkleiden, Sanitärbereiche, Büros sowie Lehr- und Versammlungsräume. Im 1.Obergeschoss des Ostflügels sind die Büros der Einrichtungsbetreiber untergebracht: DON BOSCO – Büro Berlin, Büro Manege – hierfür waren kaum Umbauten notwendig, da das Gebäude bereits zuvor eine Büronutzung beherbergte.

Jugendgästehaus
Im Nord- und Ostflügel des 2.Obergeschosses ist ein Jugendgästehaus mit insgesamt 59 Betten untergebracht worden. Die 5 Betreuerzimmer haben eigene Bäder, für den Rest der Nutzer gibt es zentrale Dusch- und Sanitäranlagen. Zusätzlich wurden ein Gemeinschaftsraum und eine Teeküche für das Gästehaus ausgebaut. Das Jugendgästehaus steht für Reisegruppen und Schulklassen zur Verfügung.

Wohnbereiche
Der Westflügel dient als dauerhafter Wohnbereich:
Im Erdgeschoss wurden 14 voll ausgestattete Volontariatswohnungen eingerichtet. Darüber befinden sich die Wohnungen der Einrichtungsbetreiber: Im 1. Obergeschoss liegt die Wohnung für die Salesianer DON BOSCOS, fünf Zimmer mit eigenem Bad, sowie ein behindertenfreundliches Wannenbad und eine großzügige Wohnküche, die gemeinschaftlich genutzt werden.
Im 2. Obergeschoss wurde für die Heiligenstädter Schulschwestern eine Wohnung mit vier Zimmern, Gemeinschaftsbad und gemeinschaftlicher Wohnküche ausgebaut.
Im Bereich der ehemaligen Dachterrasse ist ein Wintergarten mit vorgelagerter Terrasse entstanden, welcher für Kongresse, Seminare, sowie größere Essen von Brüdern und Schwestern gemeinsam genutzt werden kann.

Kapelle
in künstlerischer Zusammenarbeit mit Franka Silberstein. Den Wohnbereichen der Brüder und Schwestern ist ein gemeinsamer Gottesdienst- und Andachtsraum mit Sakristei im 1.OG zugeordnet. Die Kapelle dient als Raum der geistigen Konzentration, Meditation und Stille und bietet Platz für 40 Leute. Sie ist in drei Bereiche geteilt: Eingangsbereich, gemeinsamer Andachtsraum mit Altar und stiller Andachtsraum.
Die reduzierte Einrichtung besteht aus flexiblem Altar, Stühlen, Hocker und Lesepult sowie festem Tabernakel und Seitenbänken. Die Bänke wurden aus eingefärbtem und beheiztem Kunststein ausgeführt. Die weißen Lehmwände fördern ein angenehmes Raumklima und stehen in einem farblich zurückhaltenden Kontrast zu dem akaziengrünen Fußboden und den Seitenbänken.
Die Belichtung erfolgt über Sonnenlicht durch blau-grüne Betonverglasung und schmiedeeiserne Kerzenleuchtern sowie indirekt über Lichtvouten.

 

Städtebau
Das Grundstück liegt sehr zentral in unmittelbarer Nähe des neuen Berliner Hauptbahnhofs in einer ruhigen, grünen Seitenstraße. Die direkt angrenzende Bebauung besteht in erster Linie aus Zeilenbauten der Nachkriegszeit. Der Entwurf nimmt diese Struktur auf, indem jeweils fünf Stadthäuser zu einem Baukörper zusammengefasst werden. Unterstützt wird dieses Erscheinungsbild dadurch, dass die Bauten mit ihren Rücksprüngen und den zwei unterschiedlichen durchlaufenden Fassadenmaterialien wie zwei längliche ineinandergesteckte Quader wirken.
Der alte Baumbestand zur Seydlitzstraße hin soll erhalten bleiben, daher liegen die Gebäude hier zurückgesetzt und die Bäume schützen die Privatsphäre der Gärten. Die Erschließung erfolgt durch kleine Privatstraßen, die quer von der Seydlitzstraße abzweigen.

Entwurf
Die Wohnebene hat eine größere Raumhöhe und wird durch die querliegende Treppe in Wohn- und Essbereich zoniert. Durch die erhöhte Lage im 1. OG bietet sie den Bewohnern eine geschützte Privatsphäre. In der Ebene darüber befinden sich die Schlafräume und ganz oben liegt das Studio. Die unterste Ebene, die bewusst eine geringere Raumhöhe hat, ist der Erschließung und Nebenräumen vorbehalten. Vor dem zurückspringenden Eingangsgeschoss entstehen überdachte Stellplätze für jeweils zwei Autos. Die Hausgärten auf der Rückseite sollen um einen Meter angehoben werden und so den Übergang von der Terrasse in den Garten verringern.

Das Gesundheitszentrum markiert als markanter Eckpunkt die Schnittstelle zwischen der Dallgower Straße und der Schwartzkopffstraße. Unmittelbar am Bahnhof Falkensee gelegen, fungiert das Objekt als hochfrequentierter Ankerpunkt. Die Architektur nutzt die prominente Lage durch eine differenzierte Höhenstaffelung: Ein 4-geschossiger Eckbau bildet den weithin sichtbaren Hochpunkt, flankiert von zwei 3-geschossigen Flügelbauten. Diese städtebauliche Geste schafft nicht nur Präsenz, sondern sichert durch die direkte ÖPNV-Anbindung eine optimale Erreichbarkeit für Patienten und Besucher aus der gesamten Region.

Das Projekt geht weit über die lokale Nahversorgung hinaus. Durch die Bündelung spezialisierter Fachbereiche ist ein medizinisches und soziales Zentrum mit überregionaler Bedeutung entstanden:

  • Klinische & Fachärztliche Exzellenz: Beherbergung einer psychiatrischen Tagesklinik (Havelland-Kliniken), eines großflächigen MVZ sowie radiologischer und orthopädischer Fachpraxen.

  • Kommunaler Anker: Integration zweier zentraler Ämter des Landkreises (Gesundheitsamt und Jugendamt/BSB), was die Relevanz des Standorts für die öffentliche Infrastruktur festigt.

  • Soziale Vernetzung: Präsenz von Sozialstationen und Diensten (u. a. Johanniter), ergänzt durch therapienahe Angebote wie einen Salzdom und Physiotherapie.

  • Nahversorgung: Das Erdgeschoss synergiert mit Apotheke, Sanitätshaus und Gastronomie als lebendige Schnittstelle zum Stadtraum.

Ein Kernmerkmal der Planung von Büro13 Architekten ist die zukunftsoffene Gebäudestruktur. Die klare Primärkonstruktion und die durchdachte Anordnung der technischen Infrastruktur erlauben eine maximale Flexibilität:

  • Bauliche Effizienz: Sämtliche Einheiten sind so konzipiert, dass Grundrisse ohne großen baulichen Aufwand an sich ändernde medizinische Standards oder neue Mieterstrukturen angepasst werden können.

  • Ressourcenschonung: Diese „Umnutzungsfähigkeit“ ist unser Verständnis von Nachhaltigkeit – das Gebäude altert nicht mit seiner ersten Nutzung, sondern bleibt über Jahrzehnte wertstabil und funktional relevant.

  • Barrierefreie Logistik: Drei Treppenhäuser (inkl. Sicherheitstreppenhaus) und zwei für den Krankentransport dimensionierte Aufzüge gewährleisten einen reibungslosen, barrierefreien Ablauf auch bei hoher Nutzerfrequenz.

Das Gesundheitszentrum Falkensee ist ein Beleg für unsere Fähigkeit, komplexe Interessen von Privatinvestoren, kommunalen Ämtern und Landesministerien in einer hochfunktionalen und wirtschaftlich erfolgreichen Architektur zu vereinen. Mit ca. 5.150 m² Bruttogrundfläche und einem Investitionsvolumen von ca. 5 Mio. Euro (LP 1–9) demonstrieren wir langjährige Erfahrung in der Realisierung großmaßstäblicher sozialer Infrastruktur.

Standort
Im Vorfeld wurden durch Büro13 unter Hinzuziehung kompetenter Fachleute eingehende Untersuchungen zur Ausbaufähigkeit und zum Zustand des Eckgebäudes und Seitenflügels durchgeführt. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse und nach Erarbeitung mehrerer Entwurfsvarianten wurde mit dem Auftraggeber ein Konzept zur Ausführung gebracht.

Entwurf
Um die Fassade des Bestandsgebäudes nicht zu stark zu verändern springt das aufgestockte Dachgeschoss auf der Straßenseite fast komplett zurück und bildet umlaufend Dachterrassen für die dahinterliegenden Wohnungen aus. Das Profil des historischen Attikagesimses wurde nach der Aufstockung auf Höhe der alten Traufkante wieder hergestellt.
Der Blickfang des Ausbaus ist das neu entstandene Turmzimmer, das als einziger Bauteil bis an die Fassade des Altbaus heranreicht und die prominente Ecke des Gebäudes betont.
Von den Dachterrassen und den Atelierfenstern des Eckturmes bietet sich den Bewohnern ein privilegierter Blick über das üppige Grün des gegenüberliegenden Parks und die Stadtsilhouette bis hin zum Fernsehturm.

Ausführung
Durch den Einsatz zeitgemäßer Materialien, wie die Verwendung von vorgefertigten Großtafelelementen für den Neubau des Dachgeschosses wurden die Montagezeiträume optimiert, so dass die Bauzeit über den bewohnten Einheiten in den Geschossen entsprechend reduziert wurde.
Entstanden sind insgesamt drei geräumige Dachgeschosswohnungen, welche durch ihre offene Gestaltung der Koch-, Ess- und Wohnbereiche einen Loftcharakter haben. Auch die übrigen Wohn- und Schlafräume wirken durch großflächige Verglasungen zu den vorgelagerten Dachterrassen offen und hell.
Die Erschließung erfolgt von der Hofseite über einen Laubengang. Durch einen im Zuge der Sanierung neu angebauten Aufzug sind alle Wohnungen schwellenlos erreichbar.