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Das Grundstück Fürstenbrunner Weg 22-32 befindet sich innerhalb des festgesetzten Bebauungsplans VII-104 von Berlin. Die in der Konzeptstudie in den Varianten 1-4 untersuchten Varianten zielen auf eine im B-Plan nicht vorgesehene Art der Nutzung ab, Wohnen. Die Anforderungen an die maximale GRZ und GFZ aus dem Bebauungsplan VII-104 werden eingehalten. Auf dem südlichen Teil des Grundstücks ist ein 4- bis 6-geschossiger Wohnungsbau mit Anschluss an die Nachbarbebauung als Blockrand geplant. Parrallel zur Baulinie der östlichen Grundstücksgrenze schirmt ein 6-geschossiger Baukörper die Wohnhöfe vom Lärm der A 100 ab. In dessen Ostfassade werden Schallschutzfenster verwendet, entlang der Baulinie entsteht eine Schallschutzwand. Die auf dem Grundstück vorhanden und geschützten Linden werden erhalten und in die Gestaltung der Wohnhöfe landschaftsplanerisch mit einbezogen.
Zur Nutzung des nördlichen Teils des Grundstücks wurden vier unterschiedliche Bebauungsvarianten untersucht:
Variante 1.
hier entsteht auf dem nördlichen Grundstücksteil ein Geschosswohnungsbau. Die Bebauungsvariante hat mit Staffelgeschossen 170 Wohneinheiten.
Variante 2.
im Erdgeschoß und 1. Obergeschoss des Baukörpers befindet sich ein Verbrauchermarkt als Nahversorger, in den 4 Obergeschossen sind Wohnappartments oder Studentisches Wohnen geplant. Diese Variante hat einschließlich dem studentischen Wohnen 164 WE und eine Verkaufsfläche von ca. 2500 m².
Variante 3.
hier entsteht ein Verbrauchermarkt als Nahversorger neben dem Wohnblock. Es sind 120 WE und eine Verkaufsfläche von ca. 2500 m² auf dem Grundstück geplant.
Variante 4.
hier entstehen Wohnappartements oder Studentisches Wohnen, insgesamt hat die Anlage 186 Wohneinheiten.

Das beplante Grundstück liegt in einer ruhigen Wohngegend in Berlin-Karlshorst und befindet sich im Besitz des Erbbauvereins Moabit, einer Wohnungsbau-Genossenschaft. Die umgebende Bebauung besteht vornehmlich aus Zeilen-Bebauung der 30er-Jahre und Doppelvillen. Der Genossenschaft gehören im unmittelbaren Umfeld mehrere Bauten. Die nördliche und östliche Seite des dreieckigen Grundstücks werden von einem viergeschossigen Gebäudewinkel eingefasst, dessen nördliche Ecke mit einem zurückspringenden Dachgeschoss betont wird. An der Südspitze springt das Gebäude in den beiden obersten Geschossen zurück und bildet damit großzügige Südterrassen. Ein weiterer dreigeschossig gehaltener Baukörper rahmt den Hof nach Süd-Westen hin ein. Durch die geringere Höhe lässt er viel Sonne in den begrünten Innenhof. Ein Teil des Grundstücks ist von einer Tiefgarage mit circa 62 Stellplätzen unterbaut, die unter dem Gebäude hervortritt und die erhöht liegenden Nutzergärten bildet. Durch die erhöhte Lage kann die Tiefgarage natürlich belüftet werden.

 

Architektur
Die prozentuale Verteilung der Wohnungsgrößen, die sich im Besitz der Genossenschaft in der Umgebung befinden, weist einen starken Anteil an Zwei- bis Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen auf, wohingegen es kaum große Familienwohnungen gibt. Der Entwurf sieht daher eine Mischung mit einem großen Anteil von Drei- und Vierzimmer-Wohnungen vor, um eine bessere Ausgewogenheit für den Mikrostandort zu schaffen. Für ein möglichst effektives Verhältnis von Wohnfläche zu Erschließungsfläche, wurden hauptsächlich Dreispänner geplant. Am jeden Treppenhaus liegen jeweils zwei größere durchgesteckte Wohnungen mit Fenstern zu zwei Richtungen und eine einseitig orientierte kleine Wohnung.

Um auch die Grundrisse effizient aufteilen zu können, wurde auf außenliegende Bäder verzichtet und im Innern des Gebäudes eine Nebenraumspange mit Bädern, WCs und Abstellräumen angeordnet. Dadurch steht die gesamte Außenfläche zur Belichtung der Wohn- und Schlafräume zur Verfügung.

Diese Gebäudeorganisation erlaubt flexible Grundrissaufteilungen der großen Wohnungen: von einer klassischen Aufteilung in Wohn- und Schlafbereiche bis zu offenen loftartigen Wohnlandschaften. Alle Wohnungen erhalten entweder zugordnete Nutzergärten oder großzügige durchlaufende Balkone nach Süden. Die Wohnanlage soll auch Gemeinschaftsfunktionen für die Mitglieder der Genossenschaft aufnehmen. Im Erdgeschoss am Durchgang zum Innenhof liegt der EVM-Laden, der als Treffpunkt und Versammlungsraum allen Mitgliedern offensteht. Der Hof beherbergt neben den Nutzergärten, die einzelnen Wohnungen zugeordnet sind, auch Gemeinschaftsflächen und einen Kinderspielplatz. Und in dem Dachaufbau an der Südspitze befindet sich ein Raum mit vorgelagerter Dachterrasse, der von den Genossenschaftsmitgliedern für private Feierlichkeiten genutzt werden kann.

 

Die Projektstudie untersucht die Transformation eines Abschnitts der ehemaligen Industriebahntrasse zwischen Tegel und Friedrichsfelde in ein eigenständiges Wohnquartier. Auf der linearen Konversionsfläche entstehen rund 20 Einzelgrundstücke, erschlossen über eine Einbahnstraße mit begleitenden Grünstreifen. Die besondere Qualität des Standorts liegt im Spannungsfeld von städtischem Wohnen, landschaftlicher Nähe und vorhandenen Freiräumen: Direkt angrenzend befinden sich ein Volkspark und ein Naturschutzgebiet, im westlichen Umfeld zwei Seen.

Städtebaulich wird die Anlage durch zwei viergeschossige Kopfbauten mit altengerechten Wohnungen gefasst. Sie bilden Auftakt und Abschluss des Quartiers und geben dem langgestreckten Areal eine klare räumliche Ordnung. Dazwischen entstehen neun zweigeschossige Häuser in offener Bauweise auf real geteilten Grundstücken. Der Entwurf entwickelt damit ein vielfältiges Wohnangebot, das als Villa, Doppelhaus oder Generationshaus umgesetzt werden kann.

Identitätsprägendes Zentrum der Anlage ist ein Obsthain, der sich als halböffentlicher Grünzug durch das gesamte Wohnband zieht. Er schafft einen ökologisch wirksamen Biotopverbund, verankert das Quartier im landschaftlichen Kontext und erzeugt zugleich einen neuen Genius Loci für das Nachbarschaftswohnen. Als gemeinschaftlich erlebbarer Freiraum stiftet er Orientierung, Atmosphäre und Zugehörigkeit.

Für die beengten Grundstückszuschnitte wurde eigens ein Gebäudetypus entwickelt, der auf räumliche Qualität statt auf Größe setzt. Eingeschnittene Atrien verzahnen Wohnraum und Garten, schaffen geschützte Außenräume und ermöglichen ein Höchstmaß an Privatheit trotz der baulichen Enge. So entstehen Häuser, die Offenheit und Rückzug in ein präzise austariertes Verhältnis setzen.

Die Architektur folgt einem ruhigen, einheitlichen Gestaltungskanon. Klare kubische Baukörper, präzise gesetzte Öffnungen und eine zurückhaltende Fassadensprache verleihen dem Quartier seine zeitlose Identität. Ergänzt wird der Entwurf durch ein ganzheitliches Energiekonzept mit Passivhausstandard, passiver Solarenergienutzung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Fernwärmeanschluss und optionaler Photovoltaik. So verbindet die Studie die Nachnutzung einer Infrastrukturbrache mit architektonischer Klarheit, ökologischer Substanz und einem starken Bild von gemeinschaftlichem Wohnen.

Allgemein
Untersucht wurde sowohl der Dachausbau im Zuge der Zusammenlegung der darunterliegenden Wohnung im 4.OG, als auch die Variante einer separaten Dachwohnung zwischen jeweils 2 Treppenaufgängen. Dabei wurde ein praktikabler und wirtschaftlicher Entwurf erstellt, welcher attraktive Wohnungen unter Berücksichtigung des Denkmalwertes und unter Beachtung zur Bauordnung beinhaltet.

Entwurf
Um möglichst sensibel mit der vorhanden Substanz umzugehen und auf die Belange der Denkmalbehörden Rücksicht zu nehmen, sieht der Entwurf vor, die vorhandenen Gesimskanten des Pultdaches zu belassen. Um trotzdem die erforderliche Raumhöhe zu erreichen, wird das neue Dach in der Neigung umgekehrt. Die ehemalige Firstkante wird zur Traufe des neuen Daches. In der gleichen Dachneigung wie zuvor steigt das Dach nun von hier aus an, anstatt abzufallen und endet ca. 2,30 m vor der gegenüberliegenden Außenwand. In dem an dieser Stelle entstehenden Versprung zwischen vorhandener und neuer Dachfläche wird zur besseren Belichtung ein durchlaufendes, senkrecht stehendes Fensterband eingeplant. Zusätzlich werden zwischen dem Versprung der Dachflächen und Außenwand Atrien eingeschnitten, die rundum verglast den Innenraum belichten und intime, nicht einsehbare Terrassen bilden. In die Drempelwände werden keine neuen Öffnungen geschnitten, die Fassade bleibt vom Ausbau unberührt. Die Grundrisse haben durch die fließenden Räume und den großen Wohnbereich Loft-Charakter.

Das städtische Quartier:
Der neue Stadtbau-Körper an der Kreuzung Rathenau/Otto-Nagel-Straße berücksichtigt durch seine zurückhaltende Fassadenstruktur die besondere städtebauliche Umgebung und bietet zugleich moderne Freiraum-Angebote für das Quartier. Der Neubau am repräsentativen Vorplatz dient sowohl als Wohn- und Geschäftshaus und schafft zugleich neue öffentliche Aufenthaltsangebote für Kinder, Erwachsene und Senioren.

Die gute Anbindung an den ÖPNV wird durch die gestalterische Neu-Konzeption der Bushaltestelle unterstrichen. Die vorhandene Freitreppe und der auf dem Nachbargrundstück vorgesehene Wendeplatz für Entsorgungs- und Rettungsfahrzeuge ist als halböffentliche Durchwegung konzipiert – hier bietet der Entwurf Gestaltungsspielraum für die Anwohnerschaft. Kiezfeste, Nachbarschaftsaktionen, öffentliche Zusammenkünfte aller Art sind möglich und erwünscht. 

Das Gebäude:
Das Gebäude ist als Massivbau konzipiert.
Für die erforderlichen PKW-Stellplätze wird die Trafostation zurückgebaut; an dieser Stelle entsteht eine zweigeschossige belüftete Garage.
Sämtliche technischen Anschlüsse befinden sich im Untergeschoss. Wir gehen davon aus, dass ein Energieunternehmen im Contracting-Verfahren einen Wärme-Erzeuger für Heizung und Warmwasser erstellt und betreibt. Der entsprechende Aufstell-Ort befindet sich dann im Untergeschoss.

Die Filiale:
Der Entwurf der Geschäftsstelle der Sparkasse Oder-Spree mit einer Hauptmietfläche von 273 m² erfüllt das geforderte Raumprogramm mit SB-Zone im 24h-Betrieb, vier Beratungsräumen, zwei Kassen- und Serviceplätzen sowie einem Schließfachraum. Alle erforderlichen Neben- und Sozialräume – der IT-Raum und die Abstell- und Putzmittelräume – sind innerhalb der Filiale untergebracht. Im Untergeschoss sind zudem Reserve- und Abstellflächen vorhanden. Direkt vor der Filiale in der Rathenaustraße befindet sich ein der Filiale zugeordneter PKW- Stellplatz für Kurzzeitparker. Alle öffentlich zugänglichen Bereiche sind hell, transparent und modern designt. Die zentralen Wartebereiche sind mit den Stehberater-Plätzen kombiniert und bieten eine angenehme Aufenthaltsqualität.

Die Wohnungen:
Alle Wohnungen orientieren sich zum Sonnenlauf, die Wohnbereiche mit Terrassen und Loggien sind nach Süden, zum neu geschaffenen Stadtteilplatz, ausgerichtet. Der gewünschte Wohnungsschlüssel für die Obergeschosse mit je drei Wohnungen und Wohnflächen zwischen 70 m² und 80 m² ist im Entwurf realisiert.
Im Dachgeschoss sind zwei Loft-Wohnungen mit einer Wohnfläche bis 100 m² zzgl. großzügiger Dachterrassen vorgesehen.
Der Eingangsbereich in die Wohnungen und die Flurgestaltung sind jeweils großzügig ausgelegt; die Grundrisse sind offen, freundlich und hell. Alle Wohnungen können schwellenlos mit Aufzug erreicht werden.  Räume für Waschmaschinen und Trockner sind wunschgemäß im Untergeschoss vorgesehen. In den Abstellräumen der Wohnungen ist ebenfalls ein Waschmaschinen-Anschluss möglich.

Die Ausstattung:
Die Wohnungen sind mit Echtholz-Parkettböden ausgeführt, die Wände sind weiß beschichtet. Die Innentüren sind als Massivholztüren ausgeführt, farblich abgestimmt sind die Eingangsbereiche mit Einbau-Garderoben versehen. Die Bäder sind mit hochwertiger Sanitär-Keramik und exklusiven Designfliesen versehen; die Duschen sind bodengleich ausgeführt. Alle Sanitär-Objekte werden entsprechend aufeinander abgestimmt.