Villa N Berlin Lankwitz Zurück

  • Ort

    Berlin - Lankwitz

  • Auftraggeber

    privat

  • Leistungen

    LP 1-3 HOAI

  • Nutzfläche

    296

  • Energiestandard

    KfW-Effizienzhaus-Standard 40

  • Zeitraum

    2023

Ein Haus läßt wenig Wünsche offen

Modernes Einfamilienhaus am Steglitzer Hafen in Berlin: In unmittelbarer Nähe zum Wasser und eingebettet in eine gewachsene Nachbarschaft aus Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Villen entwickelt sich auf einem 797 m² großen Grundstück eine Architektur, die Klarheit, Ruhe und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Der Ort ist geprägt von Grün, Offenheit und einer fast mediterranen Gelassenheit – ein Umfeld, das nach einer zeitlosen, präzise formulierten Antwort verlangt.

Das Haus orientiert sich an der Idee des Bauhauses, ohne historisierend zu sein. Klare Linien, reduzierte Formen und ein markantes Flachdach bestimmen die Silhouette. Der Baukörper ist in differenzierte Kuben gegliedert, die sich in Höhe und Tiefe leicht staffeln und so ein spannungsvolles Spiel aus Volumen und Proportion erzeugen. Jeder Kubus trägt eine eigene inhaltliche Bedeutung: Die Garage fügt sich selbstverständlich ein, der Koch- und Essbereich bildet das kommunikative Herz des Hauses, während der zweigeschossige Wohn- und Schlafbereich als vertikale Dominante Präsenz zeigt. Architektur wird hier nicht addiert, sondern komponiert.

Die Materialität unterstreicht diese Haltung. Das Erdgeschoss erscheint kraftvoll und geerdet mit einer Fassade aus Betonschalung – strukturiert, ehrlich, dauerhaft. Darüber setzt sich das Obergeschoss mit einer präzisen Holzlattung ab. Der leichte Versprung verleiht dem Baukörper Dynamik, das Holz bringt Wärme und Natürlichkeit in die klare Geometrie. Die Kombination aus Sichtbeton und Holz steht für einen bewussten Dialog zwischen Modernität und Sinnlichkeit. Außen wie innen entsteht eine ruhige, authentische Atmosphäre, die Beständigkeit und Geborgenheit zugleich vermittelt.

Im Inneren öffnet sich das Raumkonzept mit einem Split-Level im Obergeschoss. Über dem Koch- und Essbereich entsteht ein zweigeschossiger Luftraum, der Weite und Transparenz schafft. Blickbeziehungen verbinden die Ebenen, Licht und Raum fließen ineinander. Großflächige Fenster in drei Himmelsrichtungen holen das Tageslicht tief ins Haus und schaffen eine starke Verbindung zur Umgebung. Die Lichtkuppel im Obergeschoss setzt einen zusätzlichen Akzent und lässt Treppenraum und Flure zu hellen, lebendigen Übergangszonen werden. Hier entsteht kein statisches Raumgefüge, sondern ein lebendiger Organismus aus Höhen, Ebenen und Perspektiven.

Besonders prägend ist die Atmosphäre: Morgens fällt das erste Licht über die Holzlattung in die Wohnräume, mittags zeichnen klare Schatten die Geometrie der Fassade nach, abends spiegeln sich Himmel und Grünflächen in den großzügigen Verglasungen. Das Haus reagiert sensibel auf seine Umgebung und macht die Veränderlichkeit des Tages erlebbar. Es bietet Rückzug und Offenheit zugleich – private Zonen in den oberen Ebenen, kommunikative Bereiche im Zentrum.

Die Überbauung eines bestehenden Kellers ist Ausdruck eines verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen. Bestehende Substanz wird weitergedacht, Potenziale werden genutzt, ohne neu zu versiegeln. Nachhaltigkeit zeigt sich nicht als technisches Schlagwort, sondern als selbstverständliche Haltung im Entwurfsprozess. Das Gebäude versteht sich als langfristige Investition in Qualität, Wertbeständigkeit und Lebensqualität.

Dieses Einfamilienhaus steht für moderne Wohnarchitektur in Berlin, für Bauhaus-inspirierte Formensprache, für Split-Level-Raumkonzepte, großzügige Lichtführung und eine hochwertige Kombination aus Beton und Holz. Es verbindet architektonische Präzision mit emotionaler Wärme. Nicht spektakulär im lauten Sinn – sondern klar, konsequent und selbstbewusst.

Ein Haus, das wenig Wünsche offenlässt.
Ein Ort, der Raum für Leben schafft.
Architektur mit Haltung – zeitlos gedacht und nachhaltig entwickelt.