Ein nur 12 Meter breites Grundstück im Berliner Norden galt lange als kaum bebaubar für ein großzügiges Familienhaus.
Der Entwurf zeigt das Gegenteil:
Durch eine präzise volumetrische Setzung, eine früh abgestimmte Planung und die intelligente Staffelung der Funktionen entstand ein kompaktes, vertikal organisiertes Einfamilienhaus, das selbst auf engem Raum ein überraschend großzügiges Wohnen ermöglicht. Grundlage war ein Baukörper mit rund 6 Metern Hausbreite, der die räumlichen Potenziale des Grundstücks konsequent in die Höhe entwickelt. Das Haus organisiert das Wohnen über vier Ebenen. Im Erdgeschoss liegen Entrée, Wohnküche und Wohnbereich als kommunikatives Zentrum des Hauses. Die Räume orientieren sich zum Garten und werden über eine Terrasse erweitert. Im Obergeschoss sind die Kinderzimmer sowie eine Galerie angeordnet, die die vertikale Raumorganisation des Hauses stärkt und zusätzliche Offenheit erzeugt. Das Dachgeschoss ist als eigenständiger Rückzugsbereich der Eltern ausgebildet, mit Schlafzimmer, großzügigem Bad und flankierenden Dachflächen. So entsteht ein Haus, das Privatheit und Familienleben klar zoniert und gleichzeitig räumlich eng miteinander verknüpft.
Ein zentrales Entwurfsthema ist die Belichtung und räumliche Weite trotz schmaler Grundfläche. Das wird durch gezielt gesetzte Öffnungen, unterschiedliche Raumhöhen, die Galerie sowie einen eingeschnittenen Außenraum im Untergeschoss erreicht. Dieser Atriumbereich bringt Tageslicht tief in das Haus hinein und wertet besonders das Souterrain entscheidend auf. Im Entwurf war hier zusätzlich ein Wellness- beziehungsweise Schwimmbadbereich vorgesehen, der das Raumprogramm der fünfköpfigen Familie ergänzte. Damit wird deutlich, wie intensiv das Grundstück räumlich genutzt und zugleich qualitativ aufgeladen wurde.
Auch städtebaulich reagiert das Gebäude präzise auf seine Situation. Der schmale Baukörper fügt sich in die vorhandene Nachbarschaft ein, ohne seine Eigenständigkeit aufzugeben. Die Nordansicht zur Straße zeigt ein markantes, schmales Haus mit klarer vertikaler Gliederung; zur Gartenseite öffnet sich der Bau wesentlich großzügiger. Die Fassaden entwickeln aus der Enge des Grundstücks eine architektonische Identität, die aus Proportion, Reduktion und einem selbstbewussten Umgang mit dem schmalen Bauplatz lebt. In den Ansichten und Schnitten wird zudem die kompakte, wirtschaftliche Organisation des Bauvolumens deutlich.
Das Projekt steht exemplarisch für eine Haltung, die vermeintliche Restriktionen nicht als Hindernis, sondern als Entwurfsanlass versteht. Wo ein Grundstück zunächst als „unbebaubar“ erschien, entstand durch frühe architektonische Einbindung, enge Abstimmung mit Bauherrschaft, Behörden und Nachbarschaft sowie eine präzise Grundrissentwicklung ein maßgeschneidertes Wohnhaus mit hoher räumlicher Dichte und außergewöhnlicher Wohnqualität. Das Ergebnis ist ein urbanes Familienhaus, das auf kleinem Fußabdruck ein überraschend großzügiges, differenziertes und identitätsstiftendes Wohnen ermöglicht.
Auf engem Grundstück entstand ein charakterstarkes Familienhaus, das über vier Ebenen Großzügigkeit, Tageslicht und klare räumliche Ordnung zu einer eigenständigen architektonischen Lösung verbindet.














