Zeuthen Haus am See Alle Projekte

  • Ort

    Zeuthen, Ortsteil Miersdorf, Brandenburg

  • Auftraggeber

    Privat

  • Leistungen

    LPH 1 - 4 HOAI

  • Nutzfläche

    680 m²

  • Energiestandard

    KfW 55 Energieeffizienzhäuser

  • Besonderheiten

    Geschlossene Schallschutzfassade zur Fontaneallee, offene Wasserseite mit Balkonen, Terrassen und Dachterrasse, Aufzug über alle Ebenen, Wohnen mit Blick zur Dahme

  • Zeitraum

    2018- 2021

An einem der letzten Wassergrundstücke in Zeuthen entstand ein Mehrfamilienhaus, das konsequent aus seiner besonderen Lage entwickelt wurde.

Drei befreundete Familien planten hier ihren gemeinsamen Alterswohnsitz – mit dem Wunsch, das Leben am Wasser nicht nur als Aussicht, sondern als räumliches Erlebnis in den Alltag zu integrieren.

Der Entwurf reagiert präzise auf die widersprüchlichen Bedingungen des Ortes: Zur stark befahrenen Fontaneallee zeigt sich das Gebäude bewusst geschlossen und ruhig. Diese straßenseitige Fassade schützt die Wohnungen vor Lärm und formuliert eine klare Adresse. Zur Wasserseite hingegen öffnet sich das Haus über alle Ebenen mit großzügigen Verglasungen, Balkonen, Terrassen und einer Dachterrasse. So wird der Blick zur Dahme aus jeder Etage inszeniert und zum prägenden Element des Wohnens.

Das Gebäude ist als Gebäudeklasse 3 geplant und organisiert ursprünglich insgesamt fünf Wohneinheiten auf mehreren Ebenen – vom Erdgeschoss über das Obergeschoss bis in ein Staffelgeschoss mit weitläufiger Dachterrasse. Im späteren Entwurfsverlauf entschieden sich die Bauherrn dazu aus den fünf Wohnungen drei Wohneinheiten zu planen, für jeden der drei eine barrierefreie Wohneinheit. Ein Aufzug verbindet sämtliche Geschosse und macht das Haus insbesondere mit Blick auf den langfristig geplanten Alterswohnsitz komfortabel und zukunftsfähig. Ergänzt wird das Raumprogramm durch Keller-, Technik- und Gemeinschaftsflächen im Untergeschoss.

Barrierefreiheit

Das Gebäude ist so geplant und organisiert, dass alle Wohnungen und gemeinschaftlich genutzten Bereiche komfortabel und altersgerecht erreichbar sind. Ein Aufzug verbindet sämtliche Geschosse vom Eingang bis zu den Wohnebenen. Die Grundrisse sind übersichtlich strukturiert, mit ausreichend Bewegungsflächen und schwellenarmen Übergängen. Terrassen und Wintergärten sind ebenerdig an die Wohnbereiche angeschlossen, sodass Innen- und Außenräume ohne Barrieren nutzbar sind.

Nachhaltigkeitsaspekt

Barrierefreie Wohnungen sind ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Architektur. Gebäude, die auch im Alter oder bei eingeschränkter Mobilität ohne Umbauten genutzt werden können, bleiben über viele Jahrzehnte funktional und anpassungsfähig. Dadurch werden spätere bauliche Eingriffe, Umbauten oder Umzüge vermieden, was Ressourcen spart und die Lebensdauer des Gebäudes erhöht. Barrierefreiheit trägt somit wesentlich zu sozialer Nachhaltigkeit und langfristiger Nutzungsqualität bei.

Die Grundrisse verbinden Offenheit mit Privatheit: Großzügige Wohn-, Ess- und Kochbereiche orientieren sich zum Wasser, während dienende Räume, Erschließung und Nebenfunktionen kompakter zur Straßenseite liegen. Auf diese Weise entsteht ein Wohnhaus, das Schutz und Aussicht, Rückzug und Gemeinschaft selbstverständlich miteinander verbindet. Die Architektur entwickelt aus der Lage am Hang und am Wasser eine klare räumliche Dramaturgie – robust zur Straße, offen zur Landschaft und konsequent auf den Blick zur Dahme ausgerichtet.