Form follows function …
kann man als den ersten Hauptsatz des Neuen Bauens bezeichnen. Auf einem Baugrundstück entstanden 2 Villen als Hommage an das neue Bauen der 20-er Jahre und als Vorratsbau für 2 Familien.
„Es ist das Gesetz aller organischen und anorganischen, aller physischen und metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele, dass das Leben in seinem Ausdruck erkennbar ist, dass die Form immer der Funktion folgt.“
aus Sullivans Aufsatz: „The tall office building artistically considered“, veröffentlicht 1896
Auf poetischer Ebene lebt das Ensemble von dieser stillen Dialektik.
Es erzählt von Verwandtschaft ohne Gleichförmigkeit, von Ordnung ohne Starrheit, von Individualität innerhalb eines übergeordneten Zusammenhangs. Die Häuser treten miteinander in Dialog. Sie spiegeln sich, antworten einander, weichen sich aus und behaupten zugleich ihren eigenen Charakter. Gerade in dieser kontrollierten Variation liegt ihre Qualität: Das Bekannte erscheint neu, das Gleiche gewinnt Persönlichkeit, und aus der Wiederholung wird ein architektonisches Motiv.
Auf funktionaler Ebene folgt die Ausformung einer klaren inneren Logik.
Die Häuser wurden als Vorratsbau entwickelt und errichtet, mit dem Ziel, hochwertige, marktfähige Einfamilienhäuser mit präzise kalkulierbarer Struktur zu schaffen. Die Grundrisse sind effizient organisiert, die Erschließung klar, die Wohnbereiche offen und großzügig angelegt. Große Verglasungen orientieren die Aufenthaltsräume zu den privaten Gartenbereichen, während dienende Funktionen kompakt zusammengefasst sind. Die architektonische Reduktion schafft dabei nicht nur gestalterische Klarheit, sondern auch wirtschaftliche und konstruktive Robustheit.
Die Vermarktung profitiert genau von dieser Balance aus Wiedererkennbarkeit und Individualität.
Das Ensemble bietet eine starke gemeinsame Identität, ohne die Häuser austauschbar erscheinen zu lassen. So entsteht ein hochwertiges Produkt mit unverwechselbarem Charakter – sachlich, zeitlos und wertig.
Mit diesem Projekt wird ein architektonischer Ansatz sichtbar, der für Büro13 zentral ist:
aus einer präzisen Analyse heraus Räume zu schaffen, die funktional durchdacht, formal klar und atmosphärisch eigenständig sind. Die beiden Häuser zeigen, dass gerade in der reduzierten Form eine große räumliche und gestalterische Tiefe liegen kann.


















