Hamburg

Wohnen am Heidschnuckenring – Hamburg
Entwurf für ein Baufeld eines neuen Stadtquartiers
Realisierungswettbewerb 2018
Standort: Hamburg
Auslober: IBA Hamburg

Gartenstadt des 21. Jahrhunderts

Die Stadt Hamburg setzt bei der Quartiersentwicklung auf die Idee der „Gartenstadt des 21. Jahrhunderts“. Bei diesem Planungsansatz kommt der Qualität der Grün- und Freiflächen eine besondere Bedeutung zu. Die neue Gartenstadt soll sich auf Selbstorganisation und Eigeninitiative verständigen. Das bedeutet, dass der Bewohnerschaft Freibereiche zugeordnet werden, die gemeinschaftlich bewirtschaftet wird, von gemeinsamen Aktionsflächen, betreutem Kinderspiel bis zu Gemeinschaftsgärten. Auch sind Gemeinschaftsflächen mit direktem Bezug zum Freiraum für die Ausrichtung von Festen und Versammlungen in den Erdgeschosszonen der jeweiligen Baukörper vorgesehen.

Städtebau

Das städtische Quartier ist durch eine offene Bebauung geprägt, welche einen klaren Straßenraum definiert. Ein Geflecht aus Landschaftsbezügen vernetzt die gestalteten Freiräume mit dem nahegelegenen Naturschutzgebiet. Im Zentrum der Anlage befindet sich der zentrale Feierplatz mit Sommerküche in unmittelbarem Anschluss an die Flächen des Urban Gardenings auf dem Grundstück.

Die Mischung der Eigentumsform innerhalb der Häuser und das Angebot unterschiedlicher Grundrisse ermöglicht verschiedene Wohnangebote für Singles bis hin zum Familienwohnen. Insgesamt entstehen 42 Wohnungen. Die großzügigen Eingangs- und Gemeinschaftsbereiche im Erdgeschoss bieten zusammen mit den gestalteten Außenanlagen Raum für diverse Interaktionen der heterogenen Bewohnerschaft. Der Betrieb dieser Flächen obliegt eigenverantwortlich der Gemeinschaft.

Architektur

Die drei Baukörper stellen einen Dreiklang dar, die Gebäudevolumina vermitteln zwischen der zweigeschossigen Bebauung im Westen und dem Sportpark im Osten. Die Hauseingänge werden adressbildend durch kühne Vordachkonstruktionen hervorgehoben. Dieser Eingang kann zugleich Ort für Begegnung, Kommunikation und Aufenthalt sein. Daher wirkt dieser loungeartig und definiert einen Ort der Identifikation mit dem Haus und der Hausgemeinschaft.

Alle Wohnungen verfügen sowohl über einen offenen Wohn-/Kochbereich als auch über einen Freisitz. Zudem sind sämtliche Wohnungen mit einem barrierefreien Dusch- oder Wannenbad ausgestattet. Die Abstellräume befinden sich in Wohnung und Erdgeschoss. Die in Massivbauweise geplante Außenwandkonstruktion besteht aus großformatigem Mauerwerk mit einer Vorsatzschale aus Klinker. Das Flachdach ist als extensives Gründach mit Regenwasserrückhaltefunktion ausgebildet. Die Wärmeversorgung der KfW Energieeffizienzhäuser 40 plus erfolgt mittels Fernwärmenetz.

Besondere Wohnformen werden als Reaktion auf die gesellschaftlichen und demographischen Veränderungen neben einem Mix gängiger Wohnungstypologien angeboten. Diese gemeinschaftlichen Wohnprojekte können an neue Lebensmodelle und Bewohnerbedürfnisse angepasst werden. Es werden auch Typologien für Wohngemeinschaften und Clusterwohnen geschaffen.