Neues Don-Bosco-Zentrum

Umbau eines leerstehenden Verwaltungsgebäudes
Standort: Otto-Rosenberg-Str. 1, 12681 Berlin
Bauherr: Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos
Zeitraum: 2007-2008

Das Projekt

Bauherren dieses Projektes sind die Salesianer Don Boscos und die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel – beides Orden, die sich der Jugendarbeit verschrieben haben.
Ursprünglich lag das Don Bosco Zentrum Berlin im Stadtteil Wannsee, bis beschlossen wurde, den Sitz in einen Stadtteil zu verlegen, in dem man näher an den Jugendlichen wäre, die man mit der Jugendarbeit erreichen möchte.
In Berlin-Marzahn bot sich ein leerstehendes Verwaltungsgebäude an, in dem es ausreichend Platz für die zahlreichen Angebote des neuen Don Bosco Zentrums gibt. Das dreigeschossige, dreiflügelige Gebäude wurde 1992 als Aussiedlerheim gebaut und später als Verwaltungsbau genutzt.
Gemeinsam mit den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und der Manege gGmbH sollte das alte Gebäude mit neuem Leben erfüllt werden.
Für die neue Nutzung wurden Räume mit unterschiedlichsten Funktionen benötigt: Büros, Wohnbereiche für die betreuenden Brüder und Schwestern, Gastwohnungen, handwerkliche Ausbildungsstätten, Speise- und Versammlungsräume, sowie eine Großküche mit Lehrbereich. In einem Flügel des Gebäudes wurde zudem ein Jugendgästehaus eingerichtet. Für diese Anforderungen mussten zahlreiche Umbauten vorgenommen werden. Zusätzlich wurden in zwei Bereichen moderne, verglaste Anbauten geplant. Der neue Haupteingang mit Café befindet sich nach den Umbaumaßnahmen in dem nach Osten vorgelagerten Rundbau, der um ein vollständig verglastes Geschoss mit einem Multifunktionssaal aufgestockt wurde. Der andere Anbau ist ein Wintergarten, der auf dem Westflügel den Wohnbereich der Brüder und Schwestern um einen großzügigen Aufenthalts- und Kongressbereich ergänzt.

Foyer und Empfangsbereich
Im Ostflügel und im später hinzugefügten Rundbau befindet sich der sogenannte “offene Bereich” der Jugendeinrichtung, eine 24 Stunden besetzte Begegnungs- und Beratungsstätte mit Empfang und Aufenthaltsräumen.
Der Rundbau wurde zum neuen Foyer mit geschwungenem Empfangstresen umgebaut. Die vergrößerten Fensterflächen und mehrere Durchbrüche haben großzügige, helle Räume geschaffen.
Durch den rot akzentuierten Windfang gelangt der Besucher in das Foyer, das durch seine offene Zweigeschossigkeit eine übersichtliche Empfangs- und Verteilerfunktion übernimmt.
Die große eingestellte Treppe führt ins neu hinzugefügte Obergeschoss mit dem Café. Das Café kann mit anderer Bestuhlung auch als Vortragsraum genutzt werden.

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Ausbildungsstätten und Büros
Im mittleren Gebäudeteil und im Nordflügel sind die Ausbildungsbereiche untergebracht.
Diese beinhalten eine Lehrküche, die auch Café und Kantine versorgen soll, eine Malerwerkstatt, ein Vervielfältigungsraum, einen Medienraum, Umkleiden, Sanitärbereiche, Büros sowie Lehr- und Versammlungsräume. Im 1.Obergeschoss des Ostflügels sind die Büros der Einrichtungsbetreiber untergebracht: DON BOSCO – Büro Berlin, Büro Manege – hierfür waren kaum Umbauten notwendig, da das Gebäude bereits zuvor eine Büronutzung beherbergte.

Jugendgästehaus
Im Nord- und Ostflügel des 2.Obergeschosses ist ein Jugendgästehaus mit insgesamt 59 Betten untergebracht worden. Die 5 Betreuerzimmer haben eigene Bäder, für den Rest der Nutzer gibt es zentrale Dusch- und Sanitäranlagen. Zusätzlich wurden ein Gemeinschaftsraum und eine Teeküche für das Gästehaus ausgebaut. Das Jugendgästehaus steht für Reisegruppen und Schulklassen zur Verfügung.

Wohnbereiche
Der Westflügel dient als dauerhafter Wohnbereich:
Im Erdgeschoss wurden 14 voll ausgestattete Volontariatswohnungen eingerichtet. Darüber befinden sich die Wohnungen der Einrichtungsbetreiber: Im 1. Obergeschoss liegt die Wohnung für die Salesianer DON BOSCOS, fünf Zimmer mit eigenem Bad, sowie ein behindertenfreundliches Wannenbad und eine großzügige Wohnküche, die gemeinschaftlich genutzt werden.
Im 2. Obergeschoss wurde für die Heiligenstädter Schulschwestern eine Wohnung mit vier Zimmern, Gemeinschaftsbad und gemeinschaftlicher Wohnküche ausgebaut.
Im Bereich der ehemaligen Dachterrasse ist ein Wintergarten mit vorgelagerter Terrasse entstanden, welcher für Kongresse, Seminare, sowie größere Essen von Brüdern und Schwestern gemeinsam genutzt werden kann.

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Kapelle
in künstlerischer Zusammenarbeit mit Franka Silberstein

Den Wohnbereichen der Brüder und Schwestern ist ein gemeinsamer Gottesdienst- und Andachtsraum mit Sakristei im 1.OG zugeordnet. Die Kapelle dient als Raum der geistigen Konzentration, Meditation und Stille und bietet Platz für 40 Leute. Sie ist in drei Bereiche geteilt: Eingangsbereich, gemeinsamer Andachtsraum mit Altar und stiller Andachtsraum.
Die reduzierte Einrichtung besteht aus flexiblem Altar, Stühlen, Hocker und Lesepult sowie festem Tabernakel und Seitenbänken. Die Bänke wurden aus eingefärbtem und beheiztem Kunststein ausgeführt. Die weißen Lehmwände fördern ein angenehmes Raumklima und stehen in einem farblich zurückhaltenden Kontrast zu dem akaziengrünen Fußboden und den Seitenbänken.
Die Belichtung erfolgt über Sonnenlicht durch blau-grüne Betonverglasung und schmiedeeiserne Kerzenleuchtern sowie indirekt über Lichtvouten.